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Vertiefung Lesewoche 12 (21.-25. März 2022): Genesis 16-19, Psalm 11

  1. Wie Gott weiter mit Abraham handelt – Genesis 16-19

Der Kontrast zwischen Kap. 15 und 16 könnte größer kaum sein: Während Abram zunächst Gott glaubte und dies ihm zur Gerechtigkeit gerechnet wurde (15,6), zeigt sich in Kap. 16 nun sein Unglaube. Abram und Sarai waren von Ungeduld getrieben. Noch immer hatten sie keinen Nachkommen. So entschlossen sie sich, die Sache – in ihrem Unglauben – in die eigene Hand zu nehmen und aus eigener Kraft zu schaffen, was der Herr ihnen bisher nicht geschenkt hatte. In Kap. 16 und auch im Fortgang der Abrahamsgeschichte sehen wir, welch großen Fehler die beiden damit machen und wieviel Leid dadurch ausgelöst wurde. Bemerkenswert ist Paulus‘ Auslegung dieser Vorkommnisse in Gal 4,21-31. Die Verse dort sind zwar etwas schwierig zu verstehen, doch äußerst aufschlussreich!

In Kap. 17 wendet sich Gott erneut Abram zu. Er wiederholt und erweitert seine Verheißungen (schau doch mal auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Verheißungen Gottes in den Kap. 12 + 15 + 17). An dieser Stelle ist es auch, dass Abram einen neuen Namen bekommt: Abraham (Vater vieler Völker). Ebenso wird hier die Beschneidung als Zeichen des Bundes eingeführt (V. 9ff). Paulus schlussfolgert daraus, dass diese „ein Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens“ ist (Röm 4,11). Zuerst kommt also die Gerechtigkeit durch Glauben, erst danach das Werk der Beschneidung!

Kap. 18 und 19 sind gewissermaßen auch Gegensätze: Während im zuerst genannten Kapitel  Abraham Besuch von Gott selbst bekommt – incl. eines unglaublichen Versprechens, schildert Kapitel 19 das Gericht Gottes über Sodom und Gomorra. Überlege doch mal: was können wir aus diesen beiden Kapiteln lernen?

  1. Psalm 11

Der Beter (David) befindet sich wieder einmal in einer schwierigen Situation (V. 3). Da ereilt ihn ein Rat. Wir lesen diesen Ratschlag – seiner Freunde, Berater oder Bekannten – in V. 1b-3. David soll vor den Gottlosen fliehen. Sie haben für ihn als gläubigen Menschen (nichts anderes meint der Begriff der „Gerechte“ in V. 3) keine Hoffnung mehr: „Was kann da der Gerechte ausrichten?“.   Wir merken: der glaubenszerstörende Rat kommt nicht immer nur von den Gottleisen, nein er kann auch von jemandem kommen, der unser Bestes im Sinn hat. Das ist die subtile Gefahr bis heute: Dass wir nicht von den Feinden, sondern von unseren Freunden angefochten werden. Übersehen wir aber auch nicht die Überzeugung, die hinter diesem Rat steht. Sie lautet: Sicherheit ist das Wichtigste. Nun ist Sicherheit zweifelsohne wichtig, aber wir müssen aufpassen, dass dieses gute Bedürfnis nicht zum Götzen wird. Denn bei Gott sind wir sicher genug (V. 1a).

In der zweiten Psalmhälfte schaut David auf Gott und sein Regiment: Gott herrscht und regiert. Darauf darf er vertrauen. Darauf darf er schauen. Das stimmt bis heute: Wir müssen uns nicht von allem Unheil um uns herum bestimmen und ängstigen lassen. Vielmehr sollten wir auf den Herrn blicken und uns vergegenwärtigen, dass er der Allmächtige ist, der alles in Händen hält. Das ist die Sicht des Glaubens!

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