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Johannes, der Apostel Jesu, gilt seit alters her als Verfasser des vierten Evangeliums. Es fällt auf, dass Johannes in diesem Evangelium niemals namentlich erwähnt wird (im Gegensatz zu Mt, Mk und Lk). Stattdessen ist die Rede von einem Jünger, den „Jesus lieb hatte“ (z.B. Joh 20,2). Im Evangelium wird deutlich, dass dieser Jünger wichtig war und genauen Einblick in den Dienst Jesu hatte. Vermutlich wollte sich Johannes als Verfasser nicht selbst hervorheben und wählte darum diese Umschreibung. Es bestehend weitgehend Einigkeit darüber, dass Johannes dieses Evangelium als letztes der vier Evangelien – ca. 80-90 n. Chr. – verfasste. Wer mehr über die Person des Johannes erfahren möchte, möge die Einführung in den 1. Johannesbrief lesen.

Schon dem flüchtigen Bibelleser fällt auf, dass sich das Johannesevangelium erheblich von den sogenannten synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) unterscheidet. Diese Unterschiede erschöpfen sich auch nicht in Stil und Sprache. So gibt es eine Reihe von Ereignissen, die nur Johannes berichtet. Auf der anderen Seite gibt es viele Ereignisse, die uns aus den synoptischen Evangelien bekannt sind, die Johannes nicht berichtet. Offensichtlich wollte der Apostel Johannes einen neuen, anderen Blickwinkel auf Leben und Dienst Jesu wählen.

Ein wichtiger Unterschied zu den anderen Evangelien ist z.B., dass im Johannesevangelium die Christologie, also die Lehre von der Person und dem Werk Jesu Christi, viel deutlicher zu Tage tritt. So stellt Johannes z.B. in seinem Evangelium acht besondere sogenannte Zeichen Jesu in den Mittelpunkt, die den Glauben an Jesus Christus als den Sohn Gottes, der für sündige Menschen gestorben ist, in den Lesern wecken soll. Diese Zeichen sind im Einzelnen:

  • Die Verwandlung von Wasser zu Wein auf der Hochzeit zu Kana Joh 2,1-11
  • Die Heilung eines kranken Sohnes Joh 4,46-54
  • Die Heilung des Kranken am Teich von Bethesda Joh 5,1-9
  • Die Speisung der 5000 Joh 6,1-14
  • Die Stillung des Sturmes Joh 6,15-21
  • Die Heilung des Blindgeborenen Joh 9
  • Die Auferweckung des Lazarus Joh 11
  • Die Auferstehung Jesu Joh 20

Den glaubensweckenden Zweck dieser Zeichen formuliert Johannes selbst am Schluss seines Evangeliums: Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.“ (Joh 20,30-31)

Charakteristisch für das Johannesevangelium sind ebenso die „Ich-bin“-Aussagen Jesu:

  • „Ich bin das Brot des Lebens" Joh 6,35
  • „Ich bin das Licht der Welt" Joh 8,12; 9,5
  • „Ehe denn Abraham ward, bin ich“ Joh 8,58
  • „Ich bin die Tür" Joh 10,7.9
  • „Ich bin der gute Hirte" Joh 10,11.14
  • „Ich bin die Auferstehung und das Leben" Joh 11,25
  • „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben" Joh 14,6
  • „Ich bin der wahre Weinstock" Joh 15,1

Alle „Ich bin"-Aussagen von Jesus beziehen sich auf seine Gottheit (d.h. sie sind ebenso Bestandteil der expliziten Christologie des Johannesevangeliums). Die Juden haben Jesu Anspruch deutlich verstanden und wollten ihn deswegen töten (vgl. z.B. Joh 10,27-33).

Johannes hebt in seinem Evangelium ferner den Glauben (er verwendet dieses Wort ca. 100 Mal!) hervor. Johannes ist dabei besonders wichtig, dass Glaube etwas Aktives ist und die persönliche Aufnahme von Jesus Christus in das eigene Leben bedeutet: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“ (Joh 1,12) Wer an diesen Jesus Christus glaubt, bekommt Leben (ein weiteres wichtiges Stichwort im Johannesevangelium): Ein Leben, das ewig andauert (Joh 3,36) und das volle Genüge bietet (Joh 10,10). Zusammengefasst: Dem Johannesevangelium geht es also um den Kern der Sache: Wer ist Jesus, was hat er getan und was bedeutet es an ihn zu glauben. Dies herauszustellen und zum Glauben an Jesus zu rufen ist Johannes‘ großes Anliegen!

Das Johannesevangelium kann wie folgt gegliedert werden:        

  1. Der Prolog Joh 1,1-18
  2. Die Selbstoffenbarung Jesu in Wort und Tat Joh 1,19-12
    • Johannes der Täufer und die ersten Jünger Joh 1,19-51
    • Jesu früher Dienst: Zeichen, Werke und Worte Joh 2,1-4,54
    • Beginnender Widerstand gegenüber dem zunehmenden Dienst Jesu Joh 5,1-7,52
    • Höhepunkt der Konfrontation mit Jesus Joh 8,12-10,42
    • Auferweckung des Lazarus und Entschluss zur Tötung Jesu Joh 11
    • Einzug in Jerusalem und Ankündigung der Verherrlichung Joh 12
  3. Die Selbstoffenbarung Jesu durch Kreuz und Erhöhung Joh 13,1-20,31
    • Das letzte Abendmahl Joh 13,1-30
    • Die Abschiedsreden Jesu Joh 13,31-16,33
    • Das hohepriesterliche Gebet Jesu Joh 17
    • Der Prozess und die Passion Jesu Joh 18,1-19,42
    • Die Auferstehung Jesu Joh 20
  4. Der Epilog Joh 21

 

Bei der Lektüre des Johannesevangeliums können wir uns folgende Fragen stellen:

  • Was lerne ich über Wesen und Werk Jesu neues? An welcher Stelle habe ich bisher zu „klein“ über Jesus gedacht?
  • Persönliche Glaube an Jesus, wie ihn das Johannesevangelium versteht: Gibt es ihn bei mir? Wo muss er noch wachsen?

Schlüsselvers: „Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“. (Joh 1,14)

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.



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