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Neben Paulus war der Apostel Johannes, Sohn des Zebedäus, einer der maßgeblichen Verfasser der neutestamentlichen Schriften: Drei Briefe, ein Evangelium und die Offenbarung stammen aus seiner Feder. Johannes gehörte zu den Jüngern Jesu und nahm zusammen mit Petrus und Jakobus eine besondere Stellung unter ihnen ein (z.B. bei der Verklärung Jesu in Mt 17,1ff). Johannes liegt beim letzten Abendmahl an der Brust Jesu (Joh 13,23) und ist ebenso Zeuge des Todes Jesu (Joh 19,35). Nach Pfingsten gehört Johannes zusammen mit Petrus und Jakobus zu den sogenannten „Säulen“, d.h. Leitern, der ersten Gemeinde (Gal 2,9). Später wurde Johannes auf die Insel Patmos verbannt (Offb 1,9), wo er die Offenbarung verfasste. Möglicherweise kam er danach wieder frei und wurde Leiter der Gemeinde in Ephesus. An verschiedenen Stellen der Bibel wird Johannes als der Jünger bezeichnet, den Jesus lieb hatte (z.B. Joh 19,23). Die Frucht dieser Liebe kann man deutlich in der besonderen Art und Weise spüren, in der Johannes in seinen Schriften von Jesus spricht.

Wann wurde der 1Joh verfasst? Dafür gibt es wenig Anhaltspunkte. Aber die meisten Ausleger nehmen an, dass dieser Brief – wie auch die anderen Schriften von Johannes – aus den 90er Jahren des 1. Jahrhunderts stammt. Damit gehören die johanneischen Schriften zu den jüngsten Schriften des Neuen Testaments. Johannes richtet sich mit seinen Worten an Christen (1Joh 3,2), und will ihnen Kriterien aufzeigen, anhand deren die Adressaten die Echtheit ihres Glaubens prüfen können.

Damit sind wir schon bei den inhaltlichen Schwerpunkten des Briefes angelangt. Johannes schreibt diesen Brief offenbar, um seine Geschwister vor falschen Lehrern und Propheten zu warnen (1Joh 2,18f; 4,1f). Die Christen sollen in die Lage versetzt werden, diese falschen Lehrer selbst beurteilen zu können. Aus diesem Grund nennt Johannes verschiedene Merkmale, die im Leben gläubiger Menschen vorhanden sein sollten (wie z.B. Gehorsam oder Bruderliebe). Auch den Empfängern selbst sollten diese Merkmale nützlich sein. Wenn sie diese Eigenschaften in ihrem Leben erkennen, so dürfen sie dies als Beweis von Gottes Wirken in ihrem Leben erkennen. Wenn diese Merkmale noch nicht so stark ausgeprägt sind, sollte es sie zur Selbstprüfung anregen, ob sie wirklich schon von ganzem Herzen an Jesus Christus glauben. Johannes gründet diese Merkmale, die Christen auszeichnen sollen, im Charakter Gottes. Weil Gott Licht und Liebe ist, sollen auch Christen ein Leben führen, das diesen Eigenschaften Gottes entspricht.

Der 1. Johannesbrief ist durch seinen etwas zirkulären Stil nicht so leicht zu gliedern. Der Aufbau ist aber etwa wie folgt:       

  1. Erkennt, dass Gott Licht ist! 1,1-2,6
  2. Folgt dem Gebot, im Licht zu leben! 2,7-17
  3. Bleibt beharrlich in der Wahrheit trotz Verführung! 2,18-3,10
  4. Strebt nach Heiligung – Liebe in Tat und Wahrheit! 3,11-4,6
  5. Lebt in der Liebe, weil Gott uns geliebt hat 4,7-5,3
  6. Bleibt im Glauben, der die Welt überwindet 5,4-21

           

Bei der Lektüre des 1. Johannesbriefs können wir uns folgende Fragen stellen:

  • Inwiefern prägen mich die Merkmale, die nach Johannes einen Christen kennzeichnen sollten?
  • Was begeistert mich an der Art, wie Johannes uns Gott näherbringt?

Schlüsselvers: Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.“ (1Joh 1,5)

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