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 Wie ein Vergleich zwischen Lk 1,1-4 und Apg 1,1-2 zeigt, wurde das Lukasevangelium vom ebenfalls vom Autor der Apostelgeschichte verfasst. Nach den sogenannten „Wir“-Stellen in der Apostelgeschichte (Apg 16,10-16, 20,5-21,18, 27,1-28,16) war dieser Verfasser ein enger Mitarbeiter von Paulus. Dafür kommt am ehesten Lukas, „der geliebte Arzt“ (Kol 4,14) infrage, der bei Paulus war als dieser den Kolosserbrief schrieb und später seinen Märtyrertod erwartete (2Tim 4,6-8.11). Auch die altkirchliche Überlieferung nennt seit frühesten Zeiten diesen Lukas als den Autor von Lukasevangelium und Apostelgeschichte.

Lukas verfasste sein Evangelium, um Theophilus über „den sicheren Grund der Lehre“ (Lk 1,4) des christlichen Glaubens zu unterweisen. Dabei war Lukas nicht der erste, der ein Evangelium verfasste (Lk 1,1). Er selbst war auch kein direkte Augenzeuge des Wirkens Jesu (Lk 1,2). Vielmehr hat er die Augenzeugen befragt und andere Erkundungen unternommen, um ein geordneten Bericht (Lk 1,3) über Jesu Leben zu verfassen. Lukas selbst versteht sich also als Historiker, der wahrheitsgemäß und sorgfältig über das berichten will, was „unter uns geschehen“ (Lk 1,1) ist.

Ein zentrales Thema im Lukasevangelium ist die Erfüllung von Gottes Plan. Was Gott vor langer Zeit seinem Volk Israel verheißen und in Aussicht gestellt hatte, wird jetzt durch das Leben und Wirken Jesu in dieser Welt erfüllt. Schon die Lobgesänge am Anfang des Evangeliums (Lk 1,54-55; 1,68-79; 2,29-32) betonen dieses Thema genauso wie die programmatische Rede Jesu in Nazareth (Lk 4,18-19). Besonders wichtig ist Lukas ferner das Thema der Erlösung, wie es in den Worten Jesu in Lk 19,10 besonders prägnant zum Ausdruck kommt: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lk 19,10) An unzähligen Stellen thematisiert Lukas, dass diese Rettung „heute“ da ist und dass sie gerade für diejenigen erfahrbar ist, die eigentlich weit weg von Gott waren (z.B. Lk 5,17-26; 7,48-50). In der Tat ist ein besonderes Anliegen des Evangelisten Lukas zu verdeutlichen, dass das Evangelium gerade auch den Heiden gilt. Schon der Stammbaum Jesu (Lk 3,23ff) – indem Lukas Jesu Linie zurück bis zu Adam (nicht zu Abraham) führt – zeigt seine universelle Bedeutung. Ebenso hat Lukas ein besonderes Herz für diejenigen, die gesellschaftlich am Rande stehen. An zahlreichen Stellen schildert Lukas wie Jesus mit den Armen (z.B. Lk 21,1-4), den Sündern (z.B. Lk 15,1-2; 19,7) und Frauen (z.B. Lk 7,36-50; 8,1-3) interagiert.

Das Lk lässt sich wie folgt gliedern:

Im ersten Hauptteil Lk 1,1-2,52 finden wir neben einem kurzen Vorwort des Verfassers (Lk 1,1-4), die sogenannte Kindheitserzählung (Lk 1,5-2,52). Hier wird uns nicht nur Jesus, sondern auch Johannes der Täufer nähergebracht. Schon im Abschluss dieses Teils – in Lk 2,41-52 wird Jesu Selbstverständnis deutlich (Lk 2,49b)!

Ein zweiter Hauptteil ist Lk 3,1-4,13, die Vorbereitung für den Dienst Jesu. Uns wird geschildert wie Johannes der Täufer Jesu vorangeht (Lk 3) und wie Jesus in der Wüste vom Teufel versucht wird (Lk 4,1-13), sich aber als treu erweist.

Der dritte Hauptteil Lk 4,14-9,50 beschreibt Jesu Dienst in Galiläa. Dieser Dienst ist von großer Popularität gekennzeichnet, auch wenn sich schon gewisse Diskussionen über seine Identität ergeben (Lk 7,1-8,3). Ferner fällt in diesen Teil die Berufung der Jünger (Lk 5,1-6,16) sowie ein längerer Lehrabschnitt (Lk 6,17-49).

Der längste Abschnitt ist der vierte Hauptteil in Lk 9,51-19,44 – Jesu sogenannte Reise nach Jerusalem. Ab Lk 9,51 ist für Jesus das Ziel Jerusalem (und damit seine Passion) das, was ihm vor Augen steht. Auch wenn Lukas in diesen Hauptteil noch zahlreiche Themen (über Jüngerschaft, Kontoversen über Jesu Identität, manche Gleichnisse…) einflechtet, so ist Jesus in alledem doch entschlossen und zielgerichtet unterwegs nach Jerusalem um sein Leben zu opfern.

Von diesen Ereignissen rund um Jesu Passion und Auferstehung berichtet dann der fünfte und letzte Hauptteil in Lk 19,45-24,53. Lukas macht zunächst deutlich, wie sich die Kontroverse um Jesus zuspitzt (Lk 19,45-21,4) und berichtet dann die sogenannte Endzeitrede Jesu (Lk 21,5-38). Danach schildert er das letzte Abendmahl und den Verrat an Jesus (Lk 22,1-38), sowie die Gefangennahme Jesu, seinen Prozess und seinen Tod (Lk 22,39-23,56). In Kap. 24 schließt das Evangelium mit dem Bericht von Jesu Auferstehung und Himmelfahrt.

Bei der Lektüre des Lukasevangeliums sollten wir folgende Fragen im Hinterkopf haben:

  • Wie zeigt Lukas, dass sich durch Jesu Kommen und Dienst Gottes Plan erfüllt?
  • Was lernte ich über die Erlösung und Rettung, die Jesus bringt?
  • Wie stehe ich persönlich zu Jesu, der im Lukasevangelium, als der Retter für alle Menschen beschrieben wird?

Schlüsselvers:Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lk 19,10)

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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