bibelstunde

“Ich erinnere euch aber, liebe Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht,  2 durch das ihr auch selig werdet, wenn ihr's festhaltet in der Gestalt, in der ich es euch verkündigt habe; es sei denn, daß ihr umsonst gläubig geworden wärt.  3 Denn als erstes habe ich euch weitergegeben, was ich auch empfangen habe: Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;  4 und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;  5 und daß er gesehen worden ist von Kephas, danach von den Zwölfen.  6 Danach ist er gesehen worden von mehr als fünfhundert Brüdern auf einmal, von denen die meisten noch heute leben, einige aber sind entschlafen.  7 Danach ist er gesehen worden von Jakobus, danach von allen Aposteln.  8 Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden.  9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.  10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.  11 Es sei nun ich oder jene: so predigen wir, und so habt ihr geglaubt.” (1Kor 15,1-11)
Wenn ich mit Menschen, die nicht an Jesus glauben, über den christlichen Glauben ins Gespräch komme, dann hab ich es schon ein paar Mal erlebt, dass die gar nicht ablehnend oder mit Widerspruch reagiert haben. Ganz im Gegenteil waren sie verständnisvoll und haben eine gewisse Sympathie zum Ausdruck gebracht. Z.B. so nach dem Motto: „Toll, dass du etwas gefunden hast, dass dir Sinn und Glück im Leben bringt. Es freut mich für dich, dass du glauben kannst. Ich gönne es dir von Herzen, dass der Glaube etwas ist, was dein Leben erfüllt, was dir gut tut.“

Das heißt dann meistens aber auch im Umkehrschluss: „Das ist nicht mein Weg. Erwarte jetzt bitte nicht von mir, dass ich auch an Jesus glaube. Wenn es dich glücklich macht, Christ zu sein, dann ist das okay. Ich akzeptiere deinen Lebensweg mit Jesus. Darum akzeptiere du auch bitte im Gegenzug meinen Lebensweg ohne Jesus. Schließlich ist doch eh alles gleich gut. Hauptsache jedem geht es mit seinem Lebensweg gut.“
Das heißt dann in letzter Konsequenz: ob jemand nun Christ ist oder nicht, ist eine sehr subjektive Angelegenheit, die von unserem persönlichen Empfinden und unseren Gefühlen abhängt. Fühl ich mich eigentlich gut dabei Christ zu sein? Oder fühl ich mich besser, wenn ich einem anderen Lebensentwurf folge?

Christsein ist demnach eine Möglichkeit von sehr vielen Möglichkeiten, das Leben zu gestalten. Und ob ich nun diesen Weg als Christ gehe oder einen anderen, das hängt von meinem persönlichen Geschmack, von meinem Empfinden und meinen Gefühlen ab. Für einen mag das genau das richtige sein, aber für anderen eben nicht.

Aber stimmt das? Ist das wirklich so? Ist Christsein nur eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Präferenz?

Ostern macht deutlich, dass das nicht so ist. Ostern macht deutlich, dass es eine objektive Sache ist, die an einer Frage hängt: Ist Jesus auferstanden oder nicht?
Der Apostel Paulus der die oben abgedruckten Verse geschrieben hat, war ein Mann, der nie vorhatte, Christ zu werden. Für ihn, als gesetztestreuen Pharisäer, war das Christsein nie eine attraktive Sache. Für ihn hat sich Christsein nie gut angefühlt, es hat ihn subjektiv nie angesprochen. Einen Gekreuzigten anzubeten, das hat ihn abgestoßen und war für ihn nichts anderes als Gotteslästerung. Und so war dieser Paulus auch zunächst ein Verfolger der christlichen Gemeinde. Warum wird dieser Mann eines Tages dann doch noch Christ?
Nicht weil es sich für ihn gut anfühlt, sondern weil ihm der Auferstandene Christus begegnet. Die Tatsache der Auferstehung Christi ändert alle. Als er den Auferstandenen sieht und begreift, dass dieser Jesus nicht tot ist, sondern lebt, da ändert sich für ihn alles und er wird Christ.
Die entscheidende Frage ist also nicht: Fühlt sich Christsein gut an oder entspricht der Glaube meinem persönlichen Geschmack, sondern: Ist Jesus auferstanden oder nicht?

Paulus deutet in seinem Text drei Gründe, die dafür sprechen, dass Jesus tatsächlich von den Toten auferstanden ist.

1. Das Grab war leer
In 1Kor 15,4 heißt es: „Er wurde begraben, und drei Tage danach hat Gott ihn von den Toten auferweckt.“ Das heißt Jesus wurde begraben und drei Tage nach seiner Beisetzung war das Grab leer. Die Gegner des frühen Christentums hätten doch der ganzen christlichen Bewegung ganz leicht ein Ende setzen können, wenn der Leichnam Jesu noch im Grab gewesen wäre. Es wäre ein Leichtes gewesen, so alle Auferstehungsberichte als Lügen entlarven können. Doch das ist niemals gelungen. Es kann nur einen Grund geben: weil das Grab tatsächlich leer war.

2. Es gab Zeugen, die Jesus lebend gesehen haben
Paulus schreibt in 1Kor 15,5-7: „5 Als der Auferstandene hat er sich zunächst Petrus gezeigt
und dann dem ganzen Kreis der Zwölf. 6 Später zeigte er sich mehr als fünfhundert von seinen Nachfolgern auf einmal; einige sind inzwischen gestorben, aber die meisten leben noch. 7 Danach zeigte er sich Jakobus und dann allen Aposteln.“  Es gab also Zeugen, die Jesus nach seiner Auferstehung lebend sahen und zwar nicht nur ein oder zwei, sondern über 500. Mehr als 500 – das sind zu viele für eine Halluzination und auch zu viele für eine Verschwörung. Und Paulus sagt den Korinthern noch mehr: Einige sind zwar schon tot, aber die meisten leben noch. Ihr könnt es also nachprüfen und sie persönlich befragen!
Und noch etwas sei an diesem Punkt bemerkt: Die Zeugen der Auferstehung Jesu sind eigentlich die besten Zeugen, die man sich für ein historisches Ereignis denken kann. Denn alle haben zuerst – das kann man in den Evangelien nachlesen – gezweifelt. Keiner von ihnen hat die Auferstehung erwartet und für niemanden war die Auferstehung Jesu ein Vorteil. Bessere Zeugen sind kaum denkbar.

3. Die Veränderung der ersten Christen
Die kolossale, radikale Veränderung der ersten Christen lässt nur einen Schluss zu: Es muss etwas Entscheidendes geschehen sein. Aus ängstlichen Jüngern, die sich einschließen werden mutige Verkündiger, die Verfolgung und Tod in Kauf nehmen – Warum? Jüdische Menschen bezeichnen auf einmal Jesus als den Herrn – und benutzen damit den Titel, der nur Gott vorbehalten ist, für Juden war das undenkbar – Warum tun sie das? Und warum grenzen sie sich nicht mehr von den Heiden ab, wie es für sie üblich und wichtig war, sondern gründen gemeinsam mit Heiden christliche Gemeinden? Und warum wird eigentlich der Pharisäer Saulus zum Heidenmissionar Paulus, der sich dafür einsetzt die Beschneidung als Voraussetzung, um zum Volk Gottes zu gehören, abzuschaffen? Diese Fragen lassen nur eine Antwort zu: Es muss etwas Entscheidendes passiert sein! Es muss etwas Wichtiges geschehen sein!

Jesus ist auferstanden!
Und darum ist es historisch mehr als wahrscheinlich, dass Jesus Christus tatsächlich von den Toten auferstanden ist – auch wenn das ein einmaliges Ereignis in der Weltgeschichte ist. Darum steht im Mittelpunkt des christlichen Glaubens keine bestimmte Weltanschauung, keine Glaubenssätze, keine besondere Ethik, sondern im Zentrum des christlichen Glaubens steht das historische Ereignis der Auferstehung Jesu Christi – damit steht und fällt alles. Die entscheidende Frage ist darum nicht: Wie fühlt sich Glauben für mich an, sagt mir der christliche Glaube als Lebensentwurf zu, sondern: Ist Jesus tatsächlich auferstanden? Und wenn er tatsächlich auferstanden ist, ziehe ich dann die Konsequenzen daraus? Glaube ich dann an Jesus Christus und widme ihm mein ganzes Leben?

Gesegnete Ostern!    

Wolfram Wobig

Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

Wir sind Mitglied im Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.


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